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Chronik

Im 1142 gegründeten Kloster Neustift hatte die Pflege von Musik und Gesang von Anfang an einen hohen Stellenwert – nicht zuletzt weist die Bezeichnung „Chorherren“ darauf hin, dass die feierliche Gestaltung von Liturgie und Chorgebet stets ein zentrales Anliegen der Stiftsgemeinschaft war und nach wie vor ist.

Als der Chorleiter von Wilten, Prof. Josef Gasser (1873 in Lienz geboren), im Jahre 1922 nach Neustift - wo er bereits 1882-1884 das Singknabeninstitut besucht hatte – berufen wurde, nahm die betreffende Institution einen neuen Aufschwung, und in Neustift blühte das Musikleben wieder auf. Neben dem Gesangsunterricht wurde auch der Instrumentalmusik große Aufmerksamkeit gewidmet, vor allem dem Klavier, der Geige, der Gitarre und der Zither. Gasser entfaltete eine umfangreiche Kompositionstätigkeit – seine Werke reichen vom einfachen Lied bis hin zur großen „Missa Sollemnis“. Einiges wurde auch vom Knabenchor, den er bald durch Buben aus dem Dorf ergänzte, aufgeführt. 1924 belebte Josef Gasser auch das Sternsingen wieder, einen alten Brauch des Stiftes. Nach dem 2. Weltkrieg entstand im Zuge der verstärkten Vermittlung einer Allgemeinbildung die sogenannte „Bürgerschule“; es blieb aber immer noch hinreichend Zeit für die Beschäftigung mit Musik und Gesang, und bis zum Tode des großen Meisters der Tonkunst im Jahre 1957 gab es in Neustift eine rege musikalische Tätigkeit.

Die Gründung des Männerchores Neustift hängt eng mit der genannten Entwicklung zusammen. Der betreffende Verein ging nämlich aus einer Sängergemeinschaft hervor, die im Knabenalter unter Prof. Gasser eine gediegene Grundausbildung erhalten hatte. Von Anfang an betrachteten es alle Beteiligten als eine Hauptaufgabe, das musikalische Erbe des geschätzten Lehrers zu pflegen und lebendig zu halten. Der offiziellen Gründung vorausgegangen waren regelmäßige Treffen zu geselligem Singen, das sich immer mehr in Richtung Chorsingen bewegt hatte. Hilfreich war in diesem Zusammenhang die Unterstützung von Seiten des damaligen Pfarrers von Neustift, Hw. Andreas Maister, der selber ein guter Sänger und Geigenspieler war, sowie des Wöschnbauern Peter Winkler, in dessen Stube man sich gewöhnlich zum Singen einfand. Man beschäftigte sich auch mit der Instrumentalmusik und trug bei Theateraufführungen im Theatersaal des Stiftes entsprechende Stücke vor.

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